Edamame: Der japanische Snack zum Feierabendbier

Zugegeben, es klingt reichlich unspektakulär, wenn man davon schwärmt einen Snack-Ersatz für Chips und Cracker gefunden zu haben und dann mit grünen Hülsenfrüchten um die Ecke kommt. Doch diese grünen Bohnen aus Japan, haben es in sich. Genauer: In ihrem Inneren verstecken sich hellgrüne Sojabohnenfrüchte, die zwar nicht satt machen, aber verdammt lecker schmecken und – Überraschung – auch definitiv nicht so auf die Rippen schlagen wie in Fett gebadete Kartoffelscheiben. Vergesst Kohlrabisticks und Möhrenhäppchen fürs gute Gewissen: Fertig machen für die Revolution des Sofa-Snacks: Hier kommen Edamame!

Ganz nüchtern betrachtet sind es wirklich nichts weiter als grüne Bohnen, die ich hier gerade als euren neuen Lieblingssnack anpreise, auch ich war skeptisch als ich die Kilo-Packung aus der Gefriertruhe des Asia-Marktes meines Vertrauens herauszog. Letztlich war es reine Neugierde, die mich dazu bewog Edamame zu testen. In nahezu jedem japanischen Restaurant taucht dieser Snack in der Karte auf – und weil die japanische Küche fast immer meinen Geschmack trifft, musste das nun sein.

Nach Anleitung von Japan-Food-Bloggerin Risa Sekiguchi bereitete ich die Soja-Bohnen zu – ein sehr einfaches Verfahren, das den Geschmack der grünen Früchte offenbar ohne viel Schnickschnack veredelt:

Mit einer ordentlichen Portion Salz  im Wasser (ca 2 EL pro Liter) werden die Edamame  gekocht. Frische Edamame kann man hierzulande nicht kaufen, deshalb beinhaltet der Kochvorgang auch das Auftauen, daher müssen die Bohnen etwas länger im Wasser bleiben als frische Bohnen, die   jedoch ausschließlich in Japan und nur von Juni bis September verkauft werden. Nach etwa 8 Minuten Garzeit können die Edamame aus dem Wasser geholt werden. Nur wenn man sich traut genug Salz ins Wasser zu kippen, erhält man das optimale Ergebnis: Eine leichte Salzkruste an der Schale der Frucht.

So exotisch Edamame für mich waren, so gewöhnlich sind sie im japanischen Ess-Alltag. Meistens isst man sie als Snack, zu einem kühlen Bier erklärt Sekiguchi – „so wie man bei uns geröstete Erdnüsse isst.“  Dieser Vergleich bezieht sich jedoch lediglich auf den Anlass der Mahlzeit, nicht jedoch auf den Nährwert: Edamame enthalten viel Protein, wenig Kalorien – doch das soll nicht das ausschlaggebende Argument für die japanische Variante des Snacks sein:

 Die kleinen Bohnen im Inneren der Hülse haben ein feines, wenig aufdringliches, leicht nussiges Aroma, das ein an die verwandte Erbse erinnert, wenn man sie im jungen Zustand roh verzehrt. Um an das hellgrüne Innenleben der Sojabohnen zu gelangen nimmt man am besten die komplette Schote in den Mund und zieht die Böhnchen mit den Zähnen hinaus – erinnert ein wenig an Artischockenessen und verursacht ähnlich viel Abfall. Doch es lohnt sich: Zusammen mit dem Salz, dass an der Schote klebt, ergibt sich ein Geschmack, der – für mich zumindest – neuartig aber nicht unangenehm war. Edamame sind ein perfekter Einstieg in die japanische Küche – für all diejenigen, die sich vor neuartigen Geschmackserlebnissen scheuen. Gleichzeitig spiegeln die Früchte eine der Hauptmerkmale dieser fremden Küche wieder: Die puristische Darbietung von Aromen, ohne Vermischung und Verstärkung des Geschmacks.

Eine spannende Rezeptidee habe ich bei den Kollegen von The Vegan Stoner entdeckt: Edamame Dip

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