Italienischer Brotsalat: Eine unerwartete Köstlichkeit

Italienischer BrotsalatItalienischer Brotsalat ist eines jener Gerichte, das Welten besser schmeckt, als es klingt. Brot und Salat sind ja per se zunächst mal zwei Begriffe, die sich eher ausschließen. Egal ob man Konsistenz, Farbe oder Kaloriengehalt betrachtet. Und so ganz ohne verbindende Elemente fällt die Vorstellung sehr schwer, dass so ein italienischer Brotsalat ein kleines kulinarisches Highlight sein könnte. Doch weit gefehlt!

Dieser Brotsalat begegnete mir zum ersten Mal auf einer Hochzeit. Ich war als Fotograf engagiert und hatte bereits an die 2000 Bilder gemacht und einen Bärenhunger. Das Buffet war überragend, entsprechend wenig ragte dieser Salat heraus.Vielleicht auch, weil seine Optik eher unscheinbarer Natur war. Dennoch aß ich davon und irgendwo im Hinterkopf blieb er hängen. Wahrscheinlich weil der Anblick dieses Brotsalat-Häufchens absolut nicht mit dem Geschmackserlebnis korrellierte.

Einige Wochen später war ich zu Gast beim Brautpaar. Und offenbar war auch ihnen dieser Brotsalat in nachhaltiger Erinnerung belieben. Jedenfalls gab es an jenem Abend jenen italienischen Brotsalat nach eben jenem Rezept. Wir erlebten auch die Vorbereitungen, sahen, wie Cocktailtomaten im Ofen vor sich hin karamellisierten und Pinienkerne Röstspuren annahmen. Gerade der Duft der Tomaten weckte eine Gier nach diesem Salat, die ich nicht für möglich gehalten hatte. Es klingt absurd: Aber auf der Heimfahrt schwärmten wir von diesem Salat wie Teeanager von der großen Liebe. Von diesen Karamell-Tomaten. Von dem cremig-süßen Dressing. Vom lauwarmen Ciabatta – vollgesogen mit Aroma und dennoch leicht knusprig.

Ich lüge nicht. Seither sind etwa drei Monate vergangen und wir haben den Salat satte sieben Mal zu Hause nachgekocht. Und ja, man darf das „kochen“ nennen, weil ein italienischer Brotsalat richtiggehend gekocht wird. Da braucht es Pfannen, einen Ofen und Hitze. Und das hat alles seine Richtigkeit, denn am Ende des Rezepts steht ein Salat, den ihr nicht vergessen werdet. So simpel und so göttlich gut.

Italienischer Brotsalat für 4 Personen – Zutaten

  • 1 großes Steinofen-Ciabatta
  • 400 Gramm Cocktailtomaten
  • 400 Gramm grüner Salat (nach Wahl), unsere Empfehlung: Friseesalat
  • 100 Gramm Pinienkerne
  • 40 Gramm Puderzucker
  • 3 EL Balsamico
  • 50 ml natives Olivenöl
  • 1 Zehe Knoblauch
  • Salz
  • Pfeffer
  • 2 EL brauner Zucker

Zubereitung

Die Cocktailtomaten halbieren und in eine Auflaufform legen. Wenn möglich nicht schichten. Den Puderzucker großzügig darüber stäuben und die gezuckerten Tomaten bei 220 Grad Umluft etwa 40 Minuten im Ofen karamellisieren. Spätestens wenn der Karamell beginnt dunkelbraun zu werden, herausnehmen.

In der Zwischenzeit das Ciabatta in 1,5cm dicke Scheiben schneiden und die Stücke in Olivenöl goldbraun braten. Anschließend in mundgerechte Happen zerteilen. Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten und beiseite stellen.

Sobald sich im Ofen ein süßer Sud im Boden der Auflaufform sammelt, diesen Sud herauslöffeln und in ein hohes Gefäß geben. Daraus wird das Dressing gemacht. Wenn die Tomaten fertig karamellisiert sind, zusätzlich 5 Karamell-Tomaten ins Dressing-Gefäß geben. Die Tomaten aus der Auflaufform holen und beiseite stellen.

Den klebrigen und heißen Boden der Form nun mit einem Schuss Balsamico ablöschen und möglichst viel des Bodensatzes ablösen – da steckt enorm viel Geschmack drin. Die Flüssigkeit zum Dressing geben. Nun das Olivenöl, den braunen Zucker, Salz und Pfeffer sowie eine gehackte Zehe Knoblauch ins Dressinggefäß geben und alles mit einem Mixstab aufmixen. Sollte das Dressing zu dickflüssig ausfallen, mit etwas Wasser oder Olivenöl verdünnen.

Salat waschen und zusammen mit dem Brot, Tomaten und Pinienkernen in eine große Schüssel geben. Das Dressing großzügig verteilen, einmal vorsichtig unterheben und noch lauwarm servieren.

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One Comment
  1. Wunderbares Rezept, danke! Ich hab’s ein wenig geändert:
    – nach 20 Min. waren die Cherrytomaten längstens durch
    – wenig Wasser in die Auflaufform, nach 10 Min. war der Boden schwarz
    – Brot vorher toasten, sonst absobiert es zu viel Öl
    – nach dem Toasten mit Knofi einreiben
    – frischer Rosmarin mit ins Öl, danach mitmixen
    Wunderbare Version einer eher langweiligen Original-Panzanella (e ve lo dici io, sono italiano…)
    Herzlich, Yves Franceschi

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