Trompetenpfifferling

Trompetenpfifferling erkennen und zubereiten: Ein Hochgenuss im Spätherbst

Wie ihr ohne Zweifel schon bemerkt habt, sind wir bekennende Pilz-Fans. Und damit meinen wir nicht nur das Zubereiten und Verspeisen von den kleinen Köstlichkeiten, sondern auch das Sammeln. Dass so ein Ausflug nicht unbedingt von Erfolg gekrönt ist, gehört zum Sammelspaß dazu und erhöht umso mehr die Freude an einem ausgiebigen Fund. So auch am Wochenende, als wir mit weitgehend leerem Körbchen plötzlich inmitten eines Felds von Trompetenpfifferlingen standen. Vergraben im 15 cm-tiefen Moos leuchteten die frisch austreibenden Pilze goldgelb rund um uns herum, als hätten sie auf uns gewartet.

Aus gegebenen Anlass haben wir euch deshalb alles Wissenswerte rund um das Sammeln und Erkennen von Trompetenpfifferlingen zusammengefasst.

Zusätzlich verraten wir euch das Rezept zu unserem köstlichem Zweierlei von Trompetenpfifferling an Kürbispüree mit schlicht gebratenen Pilzen einerseits und ein crunchig frittiertes Topping.

Trompetenpfifferlinge

Inhaltsverzeichnis

Merkmale des Trompetenpfifferlings

Der Trompetenpfifferling, auch Herbstpfifferling oder Durchbohrter Leistling genannt, gehört zur Familie der Cantharellaceae und ist somit ein echter Verwandter des besser bekannten Pfifferlings. Die Verwandschaft ist ihm anzusehen, denn wie der Pfifferling besitzt der Trompetenpfifferling einen sehr festen, teilweise breit wachsenden Stielteil. Die Unterseite des Huts weist eine nach unten laufende, leistenartige Struktur auf. Im Gegensatz zum Pfifferling ist der Hut jedoch meist nicht leuchtend gelb wie der Stiel, sondern bewegt sich in einem gelbgrauen bis oliv- oder ockerbraunen Farbspektrum.

Das wohl markanteste Merkmal ist die Kuhle oder das Loch in der Oberseite des nach oben gerichteten Hutes, von dem der Pilz auch den Namen bezieht: Wie ein gen Himmel gerichtetes Blasinstrument verengt sich der Hut in der Mitte in ein kleines, teilweise bis in den Stiel reichendes Loch. Bei richtig großen Exemplaren wächst der Hut immer weiter bis er eine sehr dünne, fast einem Tuch oder einer Blüte gleichende Struktur annimmt.

Ein weiteres Charakteristikum des Trompetenpfifferlings ist seine Geselligkeit: Oft wachsen die Fruchtkörper – also der sichtbare Teil eines Pilzes, denn der eigentliche Organismus ist ein unterirdisch wachsendes Myzel-Geflecht – als Büschel zusammen. Meist finden wir dort Trompetenpfifferlinge in unterschiedlichen Stadien. Mit etwas Fingerspitzengefühl ist es jedoch relativ einfach, nur die großen Exemplare abzutrennen und die kleinen Sprösslinge noch ein wenig gedeihen zu lassen.

Trompetenpfifferling

Vorkommen des Trompetenpfifferlings

Unser Fundplätzchen an besagtem Wochenende stellte sich als sehr typisch für den Pilz heraus: Der Trompetenpfifferling lebt in Symbiose mit unterschiedlichen Nadelbäumen – in unserem Fall Tannen, ist teilweise aber auch unter Buchen zu finden. Er benötigt eher feuchte Böden, weshalb ein Moosteppich, wie wir ihn vorgefunden haben, eine ideale Umgebung für ihn ist. Dabei wuchsen die kleinen Pilznester sowohl an durch Wild festgetretenen Stellen, als auch im schattigen Dickicht junger Tannen.

Verwechslungsgefahr: Das sind die Doppelgänger des Trompetenpfifferlings

Wie es bei Pilzen so oft der Fall ist, gibt es auch für den Trompetenpfifferling ein paar durchaus ähnliche Exemplare unter den unzähligen Pilzen unseres Breitengrades. Der “starkriechende Trompetenpfifferling” gleicht unserem normalen Trompetenpfifferling nicht nur vom Namen her zum Verwechseln, er riecht jedoch auffällig nach Mirabellen. Auch dieser Pilz ist essbar und sollte deshalb kein Problem darstellen.

Anders sieht es mit dem Gallertkäppchen aus, das mittlerweile nicht nur als ungenießbar (also ohne kulinarischen Wert bzw. bitter), sondern sogar als giftig eingestuft wurde. Leider wächst das Gallertkäppchen in der selben Umgebung wie unser geliebter Trompetenpfifferling, weist aber eine gummiartig-gelatinöse Konsistenz auf, die ihn durchaus erkennbar macht. Weiter finden wir an seinem etwas knubbeligen Hut und am Stiel keinerlei Leisten, was euch immer stutzig machen sollte da diese beim Trompetenpfifferling immer erkennbar sein sollten.

Trompetenpfifferling

Wie immer solltet ihr ausschließlich Pilze verzehren, die absolut eindeutig identifiziert wurden. Wendet euch dafür beim leisesten Zweifel an einen Fachmann oder eine Pilzberatungsstelle in eurer Gegend.

Grundsätzlich solltet ihr euch auf jeden Fall ein gutes Bestimmungsbuch zulegen. Damit könnt ihr schon so einiges selber identifizieren und lernt auf jeden Fall immer eine Menge dazu. Wir empfehlen dieses Pilz-Bestimmungsbuch* für den Einstieg in die Welt der Pilze, ihr könnt es bequem mit in den Wald nehmen.

Dieses tolle Buch von Andreas Gminder* ist auch absolut empfehlenswert, da es zusätzlich zu den Beschreibungen auch Rezeptinspiration bietet!

Trompetenpfifferling

Trompetenpfifferling: Geschmack und Zubereitung

Ihr wisst: Uns interessieren vor allem die Pilze – oder Produkte generell – die einen hohen kulinarischen Wert haben. In diese Kategorie fällt unser Trompetenpfifferling ganz eindeutig. Wie andere Vertreter der Cantharellaceae Gattung zeichnet sich der Trompetenpfifferling durch ein angenehm festes, jedoch nicht faseriges Fleisch aus. Der Geschmack, so klischeehaft es klingt, erinnert an Fleisch und überzeugt mit schönen herzhaften Noten. Wir würden sagen: Der Trompetenpfifferling hinkt dem “klassischem” Pfifferling in keiner Weise hinter, im Gegenteil!

Die Zubereitung ist denkbar einfach, da es keiner Mindesterhitzung bedarf (so wie zum Beispiel bei dem als “Chicken of the Woods” bekannten Schwefelporling oder der Rotkappe). Dementsprechend kann der Trompetenpfifferling ganz einfach in der Pfanne angebraten werden und entweder direkt serviert (siehe Rezept unten) oder im Anschluss in einer schönen Sahnesauce verarbeitet werden.

Gerösteter Kürbis

Rezept für Zweierlei Trompetenpfifferling auf herbstlichem Kürbispüree

Wir haben uns entschieden, unseren grandiosen Fund ausnahmsweise mal nicht einfach zu Pasta zu servieren, sondern so richtig auf Herbstprodukte zu setzen, sprich: Kürbis. Als würziges und super glattes Püree harmoniert der Kürbis übrigens mit fast jeder Pilzsorte, da es deren Geschmack schön unterstreicht, aber nicht übertönt oder “verwässert”. Die Pilze sind dabei eher schlicht in der Pfanne angebraten, um das tolle Aroma voll erlebbar zu machen. Einen Teil haben wir frittiert und darüber gestreut, um dem Ganzen noch einen schönen crunchigen Gegenpol zu bieten. Und hier lest ihr, wie es geht:

Trompetenpfifferling

Trompetenpfifferlinge erkennen und zubereiten

Terese Tönnies
Trompetenpfifferlinge sind die Herbstdelikatesse schlecht hin! Wir helfen euch, die kleinen Pfifferling-Verwandte zu erkennen und vor allem sie zusammen mit Kürbis zu einem wunderbaren Herbstgericht zu zaubern.
Zubereitungszeit 20 Min.
Kürbis im Ofen garen 1 Std.
Gericht Hauptgericht
Portionen 4 Personen

Zutaten
  

Zutaten für die Kürbispüree

  • 1 mittelgroßer Hokkaido-Kürbis
  • 2 EL Sojasauce (Das Original von Kikoman hier* bestellen)
  • 2 EL Ahornsirup (z.B. von 47North*)
  • 1 TL Miso (z.B. hier* bestellen)
  • 1/4 TL Chili
  • 1 EL Butter
  • 150 ml Sahne
  • Pfeffer & Salz zum Abschmecken

Zutaten für die Pfifferlingbeilage

  • 4 Händevoll geputzte Trompetenpfifferlinge (natürlich funktioniert das Rezept auch sehr gut mit ganz normalen Pfifferlingen)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Schuss Sonnenblumenkernöl
  • 1 EL Sojasauce (Das Original von Kikoman hier* bestellen)
  • Salz & Pfeffer zum Abschmacken

Zutaten für den Pfifferlincrunch

  • 1 Handvoll geputzte Trompetenpfifferlinge (Für's Frittieren eignen sich besonders die etwas kleineren Exemplare)
  • 2-3 Fingerhoch geschmacksneutrales Kernöl zum Frittieren
  • Salz zum Abschmecken

Zum Anrichten

  • 4 EL Crème Fraîche oder Sahnejoghurt
  • Feingeschnittene Frühlingszwiebeln

Anleitungen
 

Kürbispüree zubereiten

  • Kürbis vorsichtig halbieren und Kerne entfernen. Nun in grobe Stücke schneiden.
  • Miso zusammen mit zwei Esslöffel Sojasauce und dem Ahornsirup auflösen, Chili hinzufügen und über die Kürbisstücke geben. Gut durchmischen.
  • Den Kürbis in eine große Auflaufform gegben und bei 180°C Ober/Unterhitze etwa eine Stunde rösten. Die Stücke sollten am Ende ganz leicht mit der Gabel zu durchstechen sein.
  • Kürbisstücke zusammen mit der Sahne und Butter in einen Hochleistungsmixer wie diesen* geben und so lange pürieren, bis ihr eine sehr glatte Creme erhaltet.
    Falls euch die Masse zu trocken vorkommt, gebt ein oder zwei Esslöffel Milch hinzu.
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken und auf die Teller garnieren bzw warmstellen bis die Pilze fertig sind.

Pfifferlingcrunch zubereiten

  • Kleinen Topf auf zwei bis drei Finger hoch mit Kernöl füllen und erhitzen.
  • Sobald ein hineingeschnippter Tropfen Wasser zischt (etwa 160°C), eine Handvoll Pfifferlinge hineinwerfen und so lange frittieren, bis das Öl sichtbar aufhört zu blubbern (etwa 3 Minuten).
  • Pilze aus dem Öl heben und auf ein Küchentuch verteilen. Mit etwas Salz bestreuen.

Pfifferlingbeilage zubereiten

  • Etwas Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Pfifferlinge hinzugeben. Etwa zwei bis drei Minuten scharf anbraten, dann sehr klein gehexelten Knoblauch und einen Schuss Sojasauce hinzugeben.
  • Noch etwa 2 Minuten weiterbraten und mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Anrichten

  • Auf jeden Teller eine großzügige Portion Kürbispüree verteilen und in der Mitte eine Kuhle bilden. Etwas Crème Fraîche oder Sahnejoghurt in die Mitte geben und gebratenen Pilze darauf legen.
  • Mit dem frittierten Pfifferlingcrunch und fein geschnittenen Frühlingszwiebeln bestreuen und sofort servieren.
Keyword Herbstgericht, Kürbispüree, Pfifferling, Pilze, Pilzgerichte, Trompetenpfifferling

Zubehörempfehlungen

Wie immer wenn es ums Pilzesammeln geht, empfehlen wir euch ein gutes Pilzmesser mit Bürste (z.B. dieses von Opinel*) und – aus eigener Erfahrung echt hilfreich – einen schönen Weidenkorb wie diesen von Dehner* für den sicheren Transport eurer Schätze!

Beim Zubereiten können wir euch folgendes Equipment ans Herzen legen:

  • Eine beschichtete Pfanne: Für das Anbraten von Pilzen eignet sich besonders die tiefe antihaft-beschichtete Kupferpfanne von Rösle*, die auch genügend Platz bietet, wenn ihr mal ein paar mehr Personen glücklich machen wollt.
  • Eine Auflaufform für den Kürbis: Ich habe zuhause diese Glasform* und bin echt zufrieden.
  • Ein gutes Topfset: Dieses 5-teilige Topfset von WMF* aus Edelstahl mit Glasdeckeln ist ein absoluter Preis-Leistungs-Hit und ich kann es nur empfehlen!
  • Ein gutes Schüsselset: Ich verwende dieses Set von Rösle*, weil die Schüsseln schön tief sind. Das heißt es spritzt nichts ,wenn ich den Mixer verwende und sie sind auch sehr gut für’s Wasserbad geeignet.
  • Ein leistungsstarker Standmixer: Zu meinem Vitamix 5200 habe ich sogar einen eigenen Artikel geschrieben, so begeistert bin ich von dem Gerät! Ja, er ist teuer. Aber nach mehr als sechs Jahren im täglichen (!) Einsatz kann ich sagen, dass er jeden Cent wert ist. Auf Amazon bekommt ihr ihn hier*. Als günstigere Alternative würde ich euch diesen Ultratec Standmixer* empfehlen.

Guten Appetit, ihr Lieben :)! Wenn euch dieses tolle Rezept auch so gefällt wie uns, solltet ihr auf jeden Fall auch mal unsere anderen außergewöhnliche Pilzrezepte mit der Krausen Glucke oder dem Riesen- Bovist durchlesen, und natürlich mal nach unserem herbstlichen Spaghettikürbisrezept oder Sweet Dumpling Rezept schauen.

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