Rezepte

Creme Fraiche selbermachen: Rezept mit zwei Zutaten

Ich bin im Selbermach-Wahn. Wage mich aktuell an so viele neue kulinarische Felder wie nie zuvor. Sogar das Brot-Thema habe ich nun angeschnitten (pun intended). Dazu: Kombucha, Ramen, Joghurt, Lakto-Fermentation und heute dann Creme Fraiche. Warum fasziniert mich das Selbermachen eigentlich so sehr? Das habe ich mich in den letzten Tagen häufiger gefragt. Es hat verschiedene Gründe:

Zum einen bringt mir Kochen und Essen großen Spaß und es erhöht den Spaßfaktor, wenn man nicht immer die selben Abläufe wiederholt und immer nur Bekanntes und Bewährtes kocht. Dinge zum ersten Mal machen bringt Abwechslung, Aufregung und es birgt ein gewisses Risiko. Das ist nicht nur beim Kochen so. Ich habe die letzten Monate viel im großartigen Fermentationsbuch des Noma (Affiliate-Link) gelesen und dabei haben sich Seite für Seite neue Ideen für Selbstmach-Projekte manifestiert.

Verständnis erzeugt Wertschätzung

Selbermachen bringt mich in Kontakt mit uralten Kulturtechniken, es schafft ein Verständnis für Wertschöpfungsprozesse. Es erzeugt ein Verständnis dafür, wie Preise entstehen und wie schwer es ist, gute Produkte herzustellen. Man beginnt Gewerke und Berufe in einem ganz neuen Licht zu sehen und versteht warum Dinge schmecken, wie sie schmecken.

“Selbermachen lohnt sich doch finanziell nicht”

Ein Zitat, das ich immer wieder höre. “Das lohnt sich doch nicht, das kostet ja ein Vielfaches von dem, was ich im Laden bezahle.” Darum geht’s auch absolut nicht. Mehr noch: Wem’s ums Sparen geht, der wird in den seltensten Fällen Spaß am Selbermachen haben. Man muss ein ausgeprägtes kulinarisches Interesse und ein hohes Anspruchsdenken mitbringen, damit einen das erfüllt. Stichwort Anspruch: Beim Selbermachen habe ich die 100 prozentige Kontrolle über meine Zutaten. Das kann mir kein Hofladen, kein Biomarkt und schon gar kein Supermarkt bieten. Ich weiß EXAKT was drin ist.

Creme Fraiche selbermachen: 100% Kontrolle

Beim Thema Creme Fraiche lässt sich all das oben Beschriebene sehr anschaulich erklären: Ich liebe Creme Fraiche und bin mit der Standard-Variante von Dr. Oetker nicht unzufrieden. Ich wollte aber verstehen, wie Creme Fraiche entsteht, also was da wirklich drin steckt. Und es ist frappierend einfach: Creme Fraiche ist nichts anderes als Sahne und ein paar Milchsäurebakterien, die man z.B. aus der Buttermilch bekommt.

Bei Dr. Oetker weiß ich nicht, woher die Sahne kommt, die in meiner Creme Fraiche steckt. Wenn ich sie selbermache kann ich die bestmögliche Sahne verwenden, die ich finden kann. Ich kann sie mir z.B. direkt beim Bauern besorgen, mit etwas Buttermich versetzen und die womöglich beste Creme Fraiche meines Lebens produzieren. Ich kann durch die Länge der Fermentation bestimmen, wie sauer die Creme Fraiche werden soll und wie dickflüssig ich sie haben will.

Creme Fraiche selbermachen – wie geht’s?

Mische 200 Gramm beste Sahne und 2 Esslöffel Buttermilch und schüttle die Mischung in einem Weck- oder sterilen Marmeladenglas bis sie komplett homogen ist. Stelle das Glas für 16-20 Stunden an einen warmen Ort. Je wärmer, desto schneller laufen die Prozesse ab. Ich nutze meinen Gärautomaten und fermentiere die Mischung bei 30 Grad für 10 Stunden.

Meine persönliche Creme Fraiche

Nachdem der erste Versuch auf Anhieb gelang, hier mein kulinarisches Fazit: Ich habe meine Mischung an der Untergrenze des zeitlich möglichen fermentiert, so ist sie sehr cremig geblieben und hat eine sehr dezente Säure. Dazu kommt ein extrem voller, sahniger Geschmack mit einer feinen Säure, die das typische Creme-Fraiche Aroma entstehen lässt. Das ist MEINE Creme Fraiche und dieses Gefühl ist unschlagbar.

Creme Fraiche aus Kombucha – ein Experiment

Damit Sahne cremig wird, braucht man nicht zwangsläufig Michlsäurebakterien. Ich habe ein Experiment gewagt und Sahne mit etwas eigenem Ingwer-Kombucha (enthält Essigsäurebakterien) vermischt und die selbe Zeit fermentiert. Heraus kam eine stichfeste Creme Fraiche mit leicht saurem Aroma. Den Tipp dazu gab’s übrigens im Fermentionsbuch vom Noma. (Affiliate-Link)

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One Comment

  1. werde ich demnächst probieren – klingt sehr fein

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